Allgemeines

Der Name Giraffe kommt aus dem Arabischen und heißt übersetzt “Die Liebliche”.

Über lange Zeit waren sie in Europa kaum bekannt, während allerdings die Römer schon sehr früh Giraffen in Kolosseen vorführten.

Die erste Giraffe kam im Jahre 46 nach Christus nach Europa, als der bekannte Feldherr Julius Caesar für eine Tierschau diverse Tierarten mit nach Rom brachte, um damit seinen Sieg in Ägypten zu feiern. Vor allen Zuschauern liess er die Giraffe von Löwen zerfetzen, vermutlich um seine Macht vor der Bevölkerung von Rom zur Schau zu stellen.

Die Giraffe wurde dann recht schnell auf Kamelopard (camelopardalis) getauft, weil Sie Merkmale sowohl vom Leoparden als auch vom Kamel besaß.

Überlieferte Berichte erzählen davon, dass einst Friedrich 3. von Sizilien im Jahr 1261 eine Giraffe vom Sultan von Ägypten bekam, der dafür einen weissen Bären im Tausch erhielt. Solche Tauschgeschäfte mit exotischen und seltenen Tierarten war zur damaligen Zeit keine Seltenheit.

Im Jahre 1827 kam dann wieder eine Giraffe nach Europa, als Muhammad Ali Pascha 3 Giraffen an europäische Herrscher zum Geschenk machte. Empfänger dieser Giraffen waren Georg IV, König von England und Irland, Franz II., Herrscher vom Habsburgischen Erblande und Karl X., König von Frankreich und Navarra. Die Giraffen kamen dann zu ihren neuen Besitzern nach London, Wien und Paris.

Bei Jägern waren Giraffen in erster Linie aufgrund der Felle sehr beliebt. Die Sehnen wurden für Musikinstrumente und Bogen verwendet. Das Fleisch ist sehr zäh aber essbar. Schuld am mittlerweile bedrohten Bestand sind Großwildjäger und Wilderer, sowie der allgemeine Fortschritt der menschlichen Zivilisation.

Wie die Fachzeitschrift “BMC Biology Journal” im Dezember 2007 meldet, ist die Anzahl der afrikanischen Giraffen in den vergangenen Jahren dramatisch auf schätzungsweise 110.000 Tiere zurückgegangen. Einige Gattungen habe inzwischen eine Population von insgesamt nur noch unter 500 Tieren erreicht. Es ist leider davon auszugehen, dass ohne weitere Schutzmaßnahmen ganze sechs verschiedene Arten vom Aussterben bedroht sind. Allein die Population der Netzgiraffenart ist in Kenia, Somalia und Äthiopien wegen Unruhen und Wilderern in den letzten 12 Jahren von 27.000 auf weniger als 3000 Tiere gesunken.

Spiegel Online – 23.12.2007

Welt Online – 27.12.2007